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Magazin4. Juli 2026 · 3 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 5. Juli 2026

Porree pflanzen und anhäufeln: so wächst der lange weiße Schaft

Der lange weiße Schaft macht den guten Lauch. Wie du Porree tief pflanzt, richtig anhäufelst und mit einem Netz vor Lauchmotte und Zwiebelfliege schützt.

Das Gartenkern-Team
Garten & Redaktion
Junge Porreepflanzen wachsen in Reihen in einem Gartenbeet
Porree steht lange im Beet. Wer ihn tief pflanzt und anhäufelt, erntet lange weiße Schäfte. · Foto: Mhlave Holeni, CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)
Inhalt

Auf einen Blick

  • Der lange weiße Schaft ist das Ziel beim Porree. Er entsteht durch Lichtausschluss: Du pflanzt tief in ein Loch und häufelst über die Saison Erde an.
  • Setz die Jungpflanzen ins Pflanzloch und schlämme sie nur mit Wasser ein, statt das Loch mit Erde zuzuschütten. So bleibt der Schaft schön hell.
  • Schütze den Lauch von Anfang an mit einem engmaschigen Netz vor Lauchmotte und Zwiebelfliege. Ist der Befall da, hilft kaum noch etwas.
  • Pflanzzeit ist etwa KW 20 bis 28. Winterporree bleibt bis in den Frost draußen und wird nach Bedarf geerntet.

Porree, auch Lauch genannt, ist das geduldige Dauergemüse im Beet: Er steht monatelang, verträgt Frost und liefert genau dann, wenn im Winter sonst wenig Frisches wächst. Der Anbau ist einfach, dreht sich aber um eine einzige Frage: Wie bekomme ich einen möglichst langen, zarten weißen Schaft statt eines kurzen grünen Stummels?

Die Antwort ist Lichtausschluss. Wo kein Licht an den Lauch kommt, bleibt er weiß und mild. Deshalb pflanzt du ihn tief und häufelst später an. Schauen wir uns das Schritt für Schritt an.

Ein geernteter Porree mit langem weißem Schaft und grünen Blättern
Ziel: ein langer weißer Schaft · Foto: Amada44, CC BY-SA 4.0

Warum der weiße Schaft?

Der weiße Teil des Porrees ist nichts anderes als gebleichtes Blatt. Solange kein Licht daran kommt, bildet die Pflanze kein grünes Blattgrün, und der Schaft bleibt hell, zart und mild. Sobald Licht darauf fällt, ergrünt er und wird fester.

Genau deshalb arbeitest du mit Tiefe und mit angehäufelter Erde. Je höher die Erde am Schaft steht, desto länger wird der weiße, begehrte Teil. Das ist der ganze Trick hinter jedem schönen Lauch.

So pflanzt du Porree richtig

  1. Kräftige Jungpflanzen nehmen

    Zieh Porree ab Februar vor oder kaufe Jungpflanzen. Setzling ist ideal, wenn er bleistiftdick ist. Zu dünne Pflanzen brauchen ewig.

  2. Wurzeln und Blätter einkürzen

    Kürze vor dem Pflanzen die Wurzeln auf etwa zwei Zentimeter und die Blattspitzen um ein Drittel. Das klingt hart, regt aber die Pflanze zum kräftigen Anwachsen an.

  3. Tief ins Pflanzloch setzen

    Stich mit einem Pflanzholz ein etwa 15 cm tiefes Loch und lass die Jungpflanze hineingleiten. Der Großteil des Schafts steckt jetzt im Dunkeln.

  4. Nur einschlämmen, nicht zuschütten

    Fülle das Loch nicht mit Erde, sondern gieße es einfach mit Wasser voll. Die Erde rutscht von selbst locker an die Wurzeln, und der Schaft hat Platz, dick zu werden.

  5. Über die Saison anhäufeln

    Zieh im Lauf des Sommers immer wieder Erde an die Schäfte heran. Jeder Zentimeter Erde bringt einen Zentimeter mehr Weiß. Achte darauf, dass keine Erde zwischen die Blätter rieselt.

Eine Porreepflanze mit blaugrünen Blättern im Topf

Steckbrief

Porree

Allium porrum

Typ
Zweijähriges Gemüse, einjährig genutzt
Familie
Lauchgewächse
Standort
Sonnig, tiefgründig, nährstoffreich
Aussaat
Vorziehen ab Februar · KW 6 bis 10
Ins Freiland
Auspflanzen · KW 20 bis 28
Ernte
Sommerporree ab KW 30 · Winterporree KW 44 bis in den Frühling
Wasserbedarf
Gleichmäßig, Starkzehrer

Sommerporree ist schlank und schnell, Winterporree dagegen ist der Robuste: Er hat dunkelblaugrünes Laub, steht den ganzen Winter im Beet und wird nach Bedarf gestochen. Ein paar Pflanzen Winterporree sind Gold wert, wenn sonst kaum etwas Frisches wächst.

Der wichtigste Schutz: das Netz

So pflegeleicht Porree ist, zwei Schädlinge machen ihm ernsthaft zu schaffen. Gegen beide hilft dieselbe einfache Maßnahme.

Lauchmotte und Zwiebelfliege

Die Larven von Lauchmotte und Zwiebelfliege fressen sich in den Schaft und machen ihn ungenießbar. Einmal drin, bekommst du sie kaum wieder heraus. Der zuverlässige Schutz ist ein engmaschiges Kulturschutznetz, das du gleich nach dem Pflanzen dicht über das Beet legst und geschlossen hältst. Ein Fruchtwechsel und Abstand zum letzten Lauchbeet helfen zusätzlich.

Tief pflanzen, geduldig anhäufeln, früh mit dem Netz decken. Mehr braucht ein guter Porree nicht.

Die Kern-Regel für schönen Lauch

Häufige Fragen

Warum ist der weiße Teil bei mir so kurz?

Weil zu wenig vom Schaft im Dunkeln stand. Pflanze tiefer ins Loch und häufle im Sommer konsequenter an. Jeder Zentimeter Erde am Schaft wird zu einem Zentimeter weißem Lauch.

Kann ich Porree wirklich im Winter draußen lassen?

Winterporree ja. Er ist frosthart und wird den ganzen Winter über nach Bedarf gestochen. Bei strengem Dauerfrost hilft eine Laub- oder Vliesdecke, damit du den Boden zum Ernten aufbekommst.

Warum krümeln die Blätter und werden gelb?

Häufig steckt die Lauchmotte oder Zwiebelfliege dahinter, deren Larven im Schaft fressen. Deshalb von Anfang an mit dem Netz schützen. Auch anhaltende Trockenheit lässt die Blattspitzen vergilben.

Muss ich Porree wässern und düngen?

Ja, er ist ein Starkzehrer. Arbeite reifen Kompost ein und gieße in Trockenphasen gleichmäßig. Zu viel frischer Stickstoff macht ihn allerdings anfälliger, also lieber organisch und maßvoll.

Passt Porree gut neben andere Kulturen?

Sehr gut neben Möhren: Der Lauchduft verwirrt die Möhrenfliege, der Möhrenduft die Zwiebelfliege. Diese alte Mischkultur ist eine der wenigen mit belegbarer Wirkung.

Quellen

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