Brassica oleracea var. sabellica
Grünkohl
Volksnamen: Braunkohl, Krauskohl, Federkohl
Foto: Agnieszka Kwiecień, Nova · CC BY-SA 4.0 · Quelle
Beschreibung
Grünkohl ist das Winter-Kraftpaket im Beet und schmeckt nach dem ersten Frost am besten, wenn die Stärke in Zucker umgewandelt wird. Krause Sorten wie ‚Halbhoher Grüner Krauser’ oder die zarte Palmkohl-Verwandtschaft liefern bis tief in den Winter Vitamine. Frostnächte machen ihn erst richtig mild.
Pflegehinweise
Säe ihn ab Mai (KW 19) vor und pflanze die kräftigen Jungpflanzen ab Juli (KW 28) mit großem Abstand aus. Häufle die hohen Pflanzen leicht an, damit sie standfest bleiben. Ernte ab November (KW 45) immer die unteren Blätter zuerst, dann wächst er von oben weiter.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, nährstoffreich, durchlässig
Grünkohl mag tiefgründige, lehmig-humose Böden mit guter Wasser- und Nährstoffhaltekraft; Staunässe verträgt er nicht, der Unterboden sollte durchlässig sein. Auf leichten Sandböden hilft eingearbeiteter Kompost. Halte den pH-Wert eher im neutralen bis leicht kalkhaltigen Bereich (um 7) — das beugt Kohlhernie vor; bei zu saurem Boden im Herbst kalken.
Kohlgewächse sind starkzehrend und anfällig für Kohlhernie — halte 4 Jahre Anbaupause ein und folge nicht direkt auf andere Kreuzblütler wie Radieschen oder Senf.
Düngung
Starkzehrer
Arbeite im Frühjahr vor dem Pflanzen reifen Kompost und Hornspäne flach in den Boden ein — das ist die Grundversorgung für die Saison. Anders als Kopfkohl bildet Grünkohl ständig neue Blätter und braucht eine gleichmäßige Stickstoffversorgung; eine organische Nachdüngung in der Hauptwachstumsphase (Mai bis Juli), etwa mit Brennnesseljauche, ist sinnvoll. Hornspäne spätestens bis Ende August einarbeiten, damit die Umsetzung vor dem Winter abgeschlossen ist und kein Stickstoff ausgewaschen wird.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
besonders bewährtHülsenfrüchtler sammeln Stickstoff im Boden, von dem Kohlgewächse als Starkzehrer profitieren.
Zum Beispiel BuschbohneStangenbohneDicke BohneMarkerbseZuckererbseFeuerbohne und 30 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Doldenblütler (Apiaceae)
Sellerie und Dill vertreiben mit ihrem Duft den Kohlweißling, ein bewährter Nachbar für alle Kohlgewächse.
Zum Beispiel MöhreDillKnollenselleriePetersilieKnollenfenchelKoriander und 19 weitere Arten im Katalog
Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis
Lippenblütler (Lamiaceae)
Der intensive Duft von Basilikum, Thymian und Co. verwirrt den Kohlweißling und hält ihn von den Kohlgewächsen fern.
Zum Beispiel LavendelThymianBasilikumRosmarinSalbeiYsop und 31 weitere Arten im Katalog
Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis
Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae)
Kapuzinerkresse dient als Fangpflanze. Blattläuse und Kohlweißling befallen lieber sie als die Kohlgewächse daneben.
Zum Beispiel KapuzinerkresseMashua
Quelle: Fangpflanzen-Praxis im biologischen Gartenbau
Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.
Krankheiten & Schädlinge
3 relevantAus der Wissensdatenbank, automatisch verknüpft über betroffene Arten. Erkennen und Vorbeugen stehen ausführlich im Lexikon.
Delia radicum
Die Kohlfliege legt ihre Eier am Wurzelhals von Kreuzblütlern ab, und die weißen Maden fressen die Wurzeln und Wurzelhälse an.
Mehr zu Kleine KohlfliegePlasmodiophora brassicae
Kohlhernie ist eine bodenbürtige Pilzkrankheit, die von Plasmodiophora brassicae verursacht wird und alle Kohlgewächse befällt.
Mehr zu KohlherniePieris brassicae
Der Große Kohlweißling ist der auffällige weiße Falter, dessen gelb-schwarze Raupen Kohlpflanzen in kurzer Zeit bis auf die Blattrippen abfressen.
Mehr zu Großer KohlweißlingErfahrungen aus echten Gärten
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