Brassica oleracea var. capitata f. rubra
Rotkohl
Volksnamen: Blaukraut, Rotkraut
Foto: Rasbak · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Beschreibung
Der Rotkohl bildet feste, blauviolette Köpfe und gehört im Herbst und Winter zu den klassischen Schmorgemüsen. Ob er nach Rotkohl oder Blaukraut aussieht, hängt vom Boden ab, saurer Boden lässt ihn röter, kalkreicher ihn bläulicher erscheinen.
Pflegehinweise
Ziehe die Jungpflanzen ab März vor oder kaufe Setzlinge und pflanze sie mit gut einer Armlänge Abstand ins nährstoffreiche, feste Beet. Halte den Boden gleichmäßig feucht, gib einmal in der Saison nach und schütze die jungen Pflanzen mit einem Netz vor Kohlweißling und Erdfloh, geerntet wird ab August bis in den November.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, feucht, nährstoffreich, kalkliebend
Du brauchst einen tiefgründigen, lehmig-humosen Boden mit guter Wasserspeicherkapazität. Rotkohl mag neutrale bis leicht kalkhaltige Böden — bei saurem Untergrund (pH unter 6,5) hebst du den Wert vor der Pflanzung mit Kalk an, sonst droht Kohlhernie. Frischen Mist direkt vor dem Pflanzen vermeidest du, weil er das Blattwachstum auf Kosten der Kopfbildung fördert.
Kohlgewächse sind starkzehrend und anfällig für Kohlhernie — halte 4 Jahre Anbaupause ein und folge nicht direkt auf andere Kreuzblütler wie Radieschen oder Senf.
Düngung
Starkzehrer
Arbeite schon im Herbst reifen Kompost flach ins Beet ein, damit er bis zum Frühjahr verrottet. Im Frühjahr vor der Pflanzung bringst du erneut reifen Kompost auf und arbeitest Hornspäne ein — sie geben Stickstoff langsam über Wochen ab. Etwa vier bis sechs Wochen nach dem Auspflanzen düngst du organisch nach, etwa mit Hornspänen oder Schafwollpellets rund um die Pflanzen, damit die Kopfbildung gut versorgt ist. Begleitend kannst du selbst angesetzte Brennnesseljauche geben.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
besonders bewährtHülsenfrüchtler sammeln Stickstoff im Boden, von dem Kohlgewächse als Starkzehrer profitieren.
Zum Beispiel BuschbohneStangenbohneDicke BohneMarkerbseZuckererbseFeuerbohne und 30 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Doldenblütler (Apiaceae)
Sellerie und Dill vertreiben mit ihrem Duft den Kohlweißling, ein bewährter Nachbar für alle Kohlgewächse.
Zum Beispiel MöhreDillKnollenselleriePetersilieKnollenfenchelKoriander und 19 weitere Arten im Katalog
Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis
Lippenblütler (Lamiaceae)
Der intensive Duft von Basilikum, Thymian und Co. verwirrt den Kohlweißling und hält ihn von den Kohlgewächsen fern.
Zum Beispiel LavendelThymianBasilikumRosmarinSalbeiYsop und 31 weitere Arten im Katalog
Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis
Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae)
Kapuzinerkresse dient als Fangpflanze. Blattläuse und Kohlweißling befallen lieber sie als die Kohlgewächse daneben.
Zum Beispiel KapuzinerkresseMashua
Quelle: Fangpflanzen-Praxis im biologischen Gartenbau
Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.
Krankheiten & Schädlinge
3 relevantAus der Wissensdatenbank, automatisch verknüpft über betroffene Arten. Erkennen und Vorbeugen stehen ausführlich im Lexikon.
Delia radicum
Die Kohlfliege legt ihre Eier am Wurzelhals von Kreuzblütlern ab, und die weißen Maden fressen die Wurzeln und Wurzelhälse an.
Mehr zu Kleine KohlfliegePlasmodiophora brassicae
Kohlhernie ist eine bodenbürtige Pilzkrankheit, die von Plasmodiophora brassicae verursacht wird und alle Kohlgewächse befällt.
Mehr zu KohlherniePieris brassicae
Der Große Kohlweißling ist der auffällige weiße Falter, dessen gelb-schwarze Raupen Kohlpflanzen in kurzer Zeit bis auf die Blattrippen abfressen.
Mehr zu Großer KohlweißlingSorten
4 Sorten‚Autoro F1’
Eine moderne F1-Hybride, die als ausgesprochene Lagersorte gezüchtet wurde.
‚Kalibos’
Der dekorative Spitz-Rotkohl mit zugespitzten, herzförmigen Köpfen in leuchtendem Purpurrot.
‚Marner Lagerrot’
Der bewährte Klassiker für die Winterküche: eine samenfeste, spät reifende Lagersorte mit festen, runden und tief blauroten Köpfen.
‚Rodynda’
Eine samenfeste Sorte aus biologischer Züchtung mit mittelgroßen, runden und gut gefüllten Köpfen.
Erfahrungen aus echten Gärten
Was andere Gärtner zu dieser Sorte aufgeschrieben haben, anonym und freiwillig.
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